Der Arnold Rikli-Preis

Mit dem Arnold Rikli-Preis werden international alle in der Photobiologie vertretenen wissenschaftlichen Fachbereiche angesprochen, die sich mit den Wirkungen der optischen Strahlung auf den menschlichen Organismus befassen. Forschungsarbeiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, kommen für die Vergabe des Arnold Rikli-Preises in Frage. Der interdisziplinäre Charakter des Arnold Rikli-Preises zeigt sich in den unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen wie Medizin, Epidemiologie, Physik oder Meteorologie, denen die bisherigen Preisträger angehören.

Die Bewerbungen werden von einer unabhängigen wissenschaftlichen Jury beurteilt. Neben einer allgemeinen Bewertung der Forschungsprojekte werden von den einzelnen Juroren, voneinander unabhängig, Praxisbezug und klinische Bedeutung, Originalität und Aktualität, wissenschaftliches Interesse, Methodik sowie die Präsentation mit Hilfe eines Punktesystems beurteilt.

Der Arnold Rikli-Preis steht unter der Schirmherrschaft der Europäischen Gesellschaft für Photobiologie (ESP).

Die Preisjury

Das Jurorengremium setzt sich aus folgenden international anerkannten Wissenschaftlern zusammen:

  • Frau Prof. Dr. med. Christiane Bayerl, Wiesbaden
  • Herr Prof. Dr. Rex Tyrrell, Bath (Großbritannien)
  • Herr Prof. Dr. med. Jörg Reichrath, Homburg
  • Herr Dr. med. Rainer Stange, Berlin
  • Herr Prof. Dr. med. Franz Trauringe, St. Plöten (Österreich)

Aufgrund von hohem Arbeitsaufkommen hat Herr Prof. Krutmann seine Mitarbeit in der Jury leider eingestellt. Wir danken ihm vielmals für seine jahrelange aktive Mitarbeit und wünschen ihm alles Gute.

Unser besonderer Dank gilt den Wissenschaftlern Herrn Dr. Krause und Herrn Prof. Heering. Beide waren lange Zeit in der Jury aktiv tätig und dem Arnold Rikli-Preis sehr verbunden. Tief getroffen wurden wir vom Tod von Herrn Dr. Krause im Juni 2019 und von Herrn Prof. Heering im Februar 2020. Die Jörg Wolff-Stiftung wird beide bemerkenswerte Wissenschaftler in großer Dankbarkeit in Ehren halten.

Nächste Ausschreibung des Arnold Rikli-Preises

Auf die Ausschreibung des Arnold Rikli-Preises wird aufgrund der Corona Pandemie im Jahr 2020 verzichtet. Die Ausschreibung des 21. Arnold Rikli-Preises soll voraussichtlich im Jahr 2021 erfolgen.

Der Arnold Rikli-Preis 2019

Der Arnold Rikli-Preisträger 2019 ist Herr Prof. Dr. Florian Gruber, Forschungsbereich für Biologie und Pathologie der Haut der Dermatologische Abteilung der Medizinischen Universität Wien, Österreich. Die vorgesehene Preisverleihung anlässlich des Internationalen Symposiums „Biologie Effects of Light“ in Homburg/Saar konnte aufgrund der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden und musste auf das kommende Jahr 2021 verschoben werden

Herr Prof. Gruber wurde für seine Forschungsarbeit zum Thema „A novel role for NUPR1 in the keratinocyte stress Response to UV oxidized phospholipids“ ausgezeichnet.

Der Schwerpunkt der Forschungsarbeit der Arbeitsgruppe von Florian Gruber betrifft die Wechselwirkungen der Haut mit Umweltfaktoren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Rolle von oxidierten Phosholipiden, die in die Pathogenese zahlreicher Krankheiten involviert sind. Im Rahmen der ausgezeichneten Arbeit wurde in primären humanen Keratinozyten untersucht, welche oxidierten Phospholipide durch die Exposition mit UVA-Strahlung gebildet werden und welchen Beitrag sei bei den UV-Wirkungen leisten. UVA-Exposition oder die Einwirkung von in-vitro UVA oxidierten Phospholipiden aktiviert auf der Ebene der Gesamtheit der mRNA und Proteine in der Zelle den antioxidativen Signalweg (NRF2/),  die Bildung von Lipidmetabolisierungsenzymen und den zellulären Zellstress durch die Ansammlung fehlerhaft gefalteter Proteine (UPR). Das Kernprotein 1 (NUPR1) konnte dabei als vorgeschalteter Regulator des durch oxidierte Phospholipide und UVA-Strahlung hervorgerufenen Zellstress identifiziert werden, das in der Epidermis ausgeschüttet wird. Die Dämpfung von NUPR1 bewirkt eine gesteigerte Expression von Antioxidans- und Lipidentgiftungsgenen und stört den Zellzyklus, was es zu einem potenziellen Schlüsselfaktor für Reaktionen der hautreaktiven Sauerstoffspezies macht, der eng mit dem Altern und der Pathologie verbunden ist.

Prof. Dr. Florian Gruber

Die bisherigen Arnold Rikli Preisträger

Folgende Wissenschaftler wurden bisher für ihre Forschungsarbeiten mit dem Arnold Rikli-Preis ausgezeichnet:

2019
F. Gruber (Wien, Österreich)
A novel role for NUPR1 in the keratinocyte stress response to UV oxidized phosholipids

2018
J. Robijns (Hasselt, Belgien)
Photobiomodulation therapy for the prevention and management of acute radiodermatitis in cancer patients

2017
A. Kawasaki (Lousanne, Schweiz) und 
M. Münch (Berlin, Deutschland)
Acute non-visual light responses in patients and healthy controls

2016
L. Zastrow (Monaco) 
Free Radical Formation in Human Skin and Threshold Value: A New Universal Body Constant

2015
nicht vergeben

2014
T. Tüting (Bonn, Deutschland)
Ultraviolet-radiation-induced inflammation promotes angiotropism and metastasis in melanoma

2013
T. Haarmann-Stemmann (Düsseldorf, Deutschland)
Rolle des Aryl-Hydrokarbon-Rezeptor (AhR)-Signalweges bei der Reaktion der Haut auf UVB- Strahlung.

2012
S. Emmert (Göttingen, Deutschland)
DNS-Reparatur, Photokarzinogenese und neue phototherapeutische Ansätze.

2011
C. Suschek (Düsseldorf, Deutschland)
Whole Body UVA Irradiation Lowers Systemic Blood Pressure by Release of Nitric Oxide From Intercutaneous Photolabile Nitric Oxide Derivates

2010
J. Schauber (München, Deutschland)
Regulation der angeborenen Immunabwehr der menschlichen Haut durch UV-Phototherapie über die Aktivierung des Vitamin D3 Metabolisumus

2009
J. C. van der Leun (Utrecht, Niederlande)
Climate change and skin cancer

2008
C. Jantschitsch (Kiel, Deutschland)
Infrared radiation confers resistance to UV-induced apoptosis

2007
T. Maisch (Regensburg, Deutschland)
The role of singlet oxygen and oxygen concentration in photodynamic inactivation of bacteria

2006
J. Reichrath (Homburg/Saar, Deutschland),
Balance between risks of vitamin D deficiency and skin cancer.

2001
R. Krause (Berlin, Deutschland),
The role of UV light in cardovascular risk

1998
C.F. Garland, F.C. Garland und E.G. Gorham (San Diego, USA),
UV light and vitamin D in human health, epidemiological exploration

1995
D.E. Brash (Yale, USA),
p53 und photocarcinogenesis

1992
A. Falkenbach (Frankfurt/Main, Deutschland),
UV-Exposition zur Gesunderhaltung

1991
H. Meffert und H.-P. Scherf (Berlin, Deutschland), Systemische Photoeffekte

1990
J. Krutmann (Freiburg, Deutschland),
Photoimmunology

1989
M.F. Holick (Boston, USA),
Vitamin D photosynthesis
Unterstützungspreise: E. Lembke (Kartzow, Deutschland) und P. Lehmann (Düsseldorf, Deutschland)


Der Arnold Rikli-Förderpreis

Im Jahr 2016 wurde erstmalig als Ergänzung zum Arnold Rikli-Preis der Arnold Rikli-Förderpreis in Höhe von 5.000,- € ausgeschrieben. Dieser richtet sich insbesondere an junge photobiologisch tätige Wissenschaftler im Alter bis 35 Jahren und wurde 2018 zum 2. Mal ausgeschrieben.

Die bisherigen Preisträger des Arnold Rikli-Förderpreises sind:

2016
Dr. Sonja Faßbender und Dr. Kevin Sondenheimer (Düsseldorf, Deutschland):
Keratinocytes Counteract UVB-Induced Pigmentation Via HIF-1alpha Activation

2018
Pilar Acedo Núñez (London, Großbritannien):
Tackling cancer stem cells via light-based therapies as a novel therapeutic strategy to improve pancreatic cancer outcomes

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